| In diesem Artikel wird der e-Mail-Service von T-Online im Hinblick auf Spamabwehr beschrieben. |
T-Online betreibt den so genannten Plattformschutz, um seine Kunden allgemein vor Spam zu schützen. Die Details werden nicht genau bekanntgegeben, es soll sich aber z.B. um teergrubenähnliche Maßnahmen handeln, die den Spamversand an T-Online-Kunden verlangsamen und erschweren sollen.
Inzwischen wird bei fast allen Online-Tarifen inzwischen das sogenannte E-Mail-Paket ohne weitere Kosten zur Verfügung gestellt. In diesem Standard-Mail-Paket verbirgt sich ein kostenloser Basic-Spamschutz, der jedoch standardmässig nicht eingeschaltet ist.
Damit hat t-online mit den großen Freemail-Providern gleichgezogen, die fast durch die Bank lange vorher schon eine Spamfilterung angeboten hatten.
Bereits in den Standard-Flatrate-Tarifen ist ein "Basic-e-Mail-Paket" enthalten. Hier wird auch ein Spamschutz mit angeboten.
Dieser Spamschutz ist bei t-online zunächst bei der Einrichtung des Mailkontos nicht eingeschaltet. Man kann ihn aber nachträglich im Service-Portal aktivieren.
Um Zugriff auf das Kundencenter zu erhalten, ist im Service-Portal zuerst ein Login über den t-online-Netzausweis nötig. Dann kann man im Kundencenter unter "Sicherheit" den kostenlosen Basic-Spamschutz aktivieren.
Dieser Basic-Spamschutz filtert alle eingehenden Mails auf Spamverdacht. Der Filter kann wahlweise spamverdächtige Mails sofort löschen (nicht empfehlenswert, obwohl falsch positive Filterung sehr selten ist), oder Spam-Mails mit dem Zusatz "*SPAM*" in der Betreffzeile kennzeichnen und im Spamordner des Accounts ablegen. Eine empfehlenswerte und praktikable Lösung.
Der Basic-Spamschutz bietet keinen Zugriff auf die Filterregeln. Nach Erfahrung des Autors ist dies jedoch zumindest für einen durchschnittlichen Privat-Account auch nicht unbedingt notwendig.
Einen erweiterten Spamschutz erhält man mit dem "T-Online eMail Paket" (derzeit € 4,99/Monat). Dieses Paket beinhaltet einen groß bemessenen Speicherplatz (zur Zeit 10 GB) für den Account, sowie einen erweiterten Spamschutz. Hier können dann auch spezielle Filterregeln verwaltet und erweiterte Einstellungen vorgenommen werden. Empfehlenswert sicher u.a. für Firmen-Accounts bzw. für stark frequentierte Mailkonten. Diese Premiumversion erhält man auch automatisch, wenn man einen DSL-Zugang mit 16 Mbit-Leitung hat.
In der Premiumversion ist ein noch wesentlich verbesserter Spamfilter enthalten, der es auch erlaubt, eine bestimmte Mailanschrift zur "Bearbeitung" an T-Online zu schicken. Außerdem hat diese Version die Möglichkeit, bis zu 30 Ordner anzulegen, in denen Mails dauerhaft gespeichert werden können; bei der Basis-Version gibt es keine Ordner, und Mails werden nur eine begrenzte Zeit auf dem Server belassen.
Last but not least bietet die Premium-Version auch die Möglichkeit, dass man sich zusätzlich zur Mail-Hauptanschrift noch bis zu 50 Nebenanschriften anlegen und (bei Bedarf, falls da Spam kommt) wieder löschen kann. Eine sehr nützliche Option.
Insgesamt erweist sich die Markierung der Betreffzeile mit "*SPAM*" als praktisches Feature. Die gängigen Mailprogramme wie Outlook-Express, Thunderbird oder andere sind in der Lage, anhand dieser *SPAM*-Markierung über eine einfache Filterregel diese Mails in einen Junk-Ordner zu verschieben.
Eine zusätzliche Filterung durch client-basierte Anti-Spam-Filter ist nach Meinung des Autors zumindest für den durchschnittlich mit Spam belegten Privataccount nicht mehr notwendig, weil die t-online-Vorfilterung sehr gut arbeitet. Von Zeit zu Zeit sollte der Anwender dann den Junk-Ordner durchsehen, zumindest dort die Betreffzeilen und Mailabsender überfliegen, ohne die Mails zu öffnen. Damit wird kontrolliert, ob nicht doch einmal eine falsch positiv als Spam klassifizierte, wichtige Mail in den Spamordner geraten ist.
Selten wird es auch passieren, dass eine vom t-online-Filter nicht als Spam erkannte Spam-Mail in den Maileingang gerät. Der Autor hat dies z.B. bei einzelnen Stock-Spam-Mails beobachtet. Diese Penny-Aktien-Mails mit angehängten gif-Bildchen gelten aber ohnehin als schwer filterbar, auch andere Spamfilter können mit diesen Mails Probleme haben. Auch der Klunker-Uhren-Spammer Polyakov schafft es mit seinen Geocities-Redirects leider, durch den t-online-Spamfilter zu rutschen. Eigentlich unnötigerweise, denn bei Durchsicht des Spamtexts erweist sich, dass bad-words benutzt werden, die eindeutig als "Klunkeruhr-Spamwörter" gelten können: "Replica", "Rolex" etc. Das Mitglied Truelife berichtet von Problemen mit Viagra-Spam, der ebenfalls ab und an durch den t-online-Spamfilter rutscht. Obwohl auch hier typische "Vi@gra"-Wortkombis auftauchten. Ein Zeichen dafür, dass der Spamfilter sehr stark auf Domain-Blacklisten setzen dürfte, weniger auf bad-words. Ganz offensichtlich benutzt t-online lediglich einen schwachen bad-word-Filter, der beim Basic-Spamschutz sicher verbesserungsbedürftig ist.
Der weit verbreitete, aber schwer filterbare "Image-Spam" (dabei steht die eigentliche Spam-Nachricht in einem kleinen, in der Anlage angehängten Bildchen) aus Urheberschaft der russischen Spam-Mafia wird ansonsten sehr zuverlässsig gefiltert und erhält den ihm zustehenden *SPAM*-Stempel im Betreff. Insgesamt wird durch den t-online-Spamfilter das Hauptziel aller Spammerbanden sabotiert: das Aufschlagen in der "Inbox", im Haupt-Maileingang des Accounts.
Wenn man bedenkt, wie hoch der Aufwand ist, der von den Spammerbanden zur Umgehung dieser Spamfilter betrieben wird, dann kann man abschätzen, wie perfektioniert ein solcher Spamfilter einschließlich ständiger Überarbeitung der Filterregeln sein muss. Der t-online-Spamfilter nimmt also dem Anwender eine ganze Menge Sortierarbeit ab und enthebt ihn ebenfalls von der mühevollen ständigen Anpassung und Überarbeitung der Filterregeln, womit der Normalverbraucher ohnehin überfordert sein dürfte.
Der t-online-Spamfilter arbeitet so gut, dass sämtliche Spamprosa und gif-Bildchen mit ihren immer wechselnden Farb- und Rauschkombinationen wirkungslos bleiben. Auch die russische Spam-Mafia mit ihrem bestimmt nicht unbeträchtlichen technischen Know-How beißt sich da fast vergeblich die Zähne aus. Auch gegen die neuerdings auf den amerikanischen Bild-Freehoster imageshack.us hochgeladenen und im Spamtext dann verlinkten gif-Bildchen reagiert der t-online-Filter positiv und lässt sich von dieser neuen Masche nicht beeindrucken.
Als Fazit ist die Aktivierung des Basic-Spamschutzes für den t-online-Account in jedem Fall empfehlenswert.
--Antispam 23. Apr. 2006 --Goofy 16. Okt. 2007